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19 years Tschernobyl


26. April 1986 Die Tragödie
8. Mai 1986 Tschernobyl Lokalaugenschein
26. April 2005 Lebensmittel in halb Europa noch lange durch Tschernobyl unbrauchbar:

19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl sind in der EU zahlreiche Nahrungsmittel wie Wildfleisch und Waldpilze noch hoch radioaktiv belastet. Das bestätigte die EU-Kommission in ihrer Antwort auf eine Anfrage der EU-Grünen.

Belastet seien nicht nur Lebensmittel aus den am schwersten betroffenen Gebieten in der Ukraine und in Weißrussland, sondern selbst in Regionen Europas, die sehr weit vom Unglücksort entfernt liegen, sagte die Abgeordnete Rebecca Harms heute.

In "Wildfleisch, wild wachsenden Beeren, Wildpilzen und in Fleisch fressendem Fisch (etc...) aus bestimmten Regionen in Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, Finnland, Litauen und Polen" werde zuweilen eine Belastung mit Caesium 137 erreicht, die vielfach über der zulässigen Höchstgrenze liege, hieß es.

"In den kommenden Jahrzehnten" werde die radioaktive Belastung bestimmter Produkte nicht nennenswert zurückgehen, heißt es in der Antwort weiter. Der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel müsse deshalb noch viele Jahre eingeschränkt bleiben, hieß es mit Verweis auf derzeit noch geltende Beschränkungen.

Auch in Oberösterreich sollen nun laut Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) mögliche Gesundheitsauswirkungen als Folge des Unfalls im Atomkraftwerk Tschernobyl untersucht werden. Sein Ressort werde bis April 2006 mit universitärer Begleitung erheben, ob es signifikant erkennbare Erhöhungen von bestimmten Krebsarten als Folge des Reaktorunfalles in einzelnen Regionen gegeben habe.

Eine entsprechende Arbeit sei bereits gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien vom Umweltressort in Auftrag gegeben worden, sagte Anschober. Damit soll eine Auswertung der radioaktiven Umweltkontamination und der möglichen gesundheitlichen Auswirkungen in Folge des Unfalls in Tschernobyl im Zeitraum 1986 bis 2005 untersucht werden.

Kritik an EU-Atomforschung
Im Zusammenhang mit dem südböhmischen Atomkraftwerk Temelin kritisierte An-schober, dass es "keine Fortschritte bei der Beseitigung der wichtigsten Sicherheitsmängel" gebe. "Wir erwarten, dass die Bundesregierung die Einhaltung der Melk-Vereinbarung massiv einfordert und auf der Beseitigung der seit langem bekannten Sicherheitsdefizite besteht", sagt Anschober. Die Veröffentlichung eines "Endberichtes" ergebe ohne Kooperationsbereitschaft der tschechischen Seite keinen Sinn.

Kritik äußert Anschober auch an der Atompolitik der EU: Ein Vorschlag der EU-Kommission sieht eine Verdoppelung der Mittel für die Atomforschung vor. "Österreichs Anteil würde in den kommenden 15 bis 20 Jahren bei mindestens 240 Millionen Euro liegen", sagt Anschober. Österreich müsse daher seine EU-Präsidentschaft 2006 nutzen, um eine Reform des so genannten Euratom-Vertrages in ang zu bringen.

~Obwohl Österreich den Betrieb von Atomkraftwerken per Verfassung untersagt hat, beteiligt sich unser Land über die EU-Forschungsförderung am weiteren Ausbau der Atomenergie in Europa.~
Quelle: http://www.nachrichten.at/politik/landespolitik/353543