You are herecum clave - mit einem Schluessel

cum clave - mit einem Schluessel


Wer wird der 265. Papst?

Im Konklave von 1572, welches nach dem Tod von Pius V. einberufen wurde, riet der damalige Erzbischof von Mailand Karl Borromäus den anderen Kardinälen, Kardinal Ugo Boncompagni zum Papst zu wählen. Die Kardinäle hatten ein offenes Ohr für den gutgemeinten Ratschlags von Karl Borromäus. Mit einer Dauer von 24 Stunden ist dieses Konklave das kürzeste in der Geschichte und endete mit einstimmiger Wahl. Ugo Boncompagni nahm den Namen Gregor XIII. an und regiert hoch angesehen bis 1585. Nach einiger Zeit stellte sich jedoch heraus, dass Gregor XIII. einen natürlichen Sohn hatte. Karl Borromäus wurde von den anderen Kardinälen vorwurfsvoll gefragt, ob er das nicht gewusst habe, als er ihn zum Papst vorschlug. Darauf der hl. Karl Borromäus: „Ich nicht, aber der Heilige Geist hat es gewusst – und es hat ihm nichts ausgemacht."

(Ugo Bonocompagni ist erst spät Priester geworden. Als Dozent an der Universität Bologna für Rechtswissenschaft (1531-1539) beschloss er, einen Sohn zu zeugen, um diesen seine beträchtlichen Familiengüter zu hinterlassen. Papst war Gregor XIII. geworden, weil er als frommer und korrekter Mann bekannt war. Sein Name ist mit dem Gregorianischen Kalender verbunden, eine Reform des Julianischen Kalenders.)

http://www.karl-leisner-jugend.de/papstmacher.htm

Zum Papst kann nach dem Kirchenrecht jeder getaufte maennliche Katholik gewaehlt werden. Es gibt keine naeheren Bestimmungen. Allerdings war der letzte nicht als Kardinal gewaehlte Papst Urban VI. im 14. Jahrhundert.

Das Verfahren der Papstwahl basiert auf jahrhundertealten Traditionen. Das Zusammentreffen der Kirchenvertreter, bei der der zukuenftige Papst bestimmt wird, wird als Konklave bezeichnet.

Der Papst wird im Konklave, einer Versammlung aller Kardinaele, die juenger als 80 Jahre alt sind, auf Lebenszeit gewaehlt. Das Konklave wird jeweils in der Sixtinischen Kapelle gehalten. 1800 als napoleonische Truppen Rom besetzt hielten, wurde die Wahl in Venedig abgehalten.

Der Begriff leitete sich aus der lateinischen Bezeichnung "cum clave"
(mit einem Schluessel) ab und bezieht sich auf die Praxis, die Wahlteilnehmer waehrend der Wahl einzuschliessen.

Die genauen Regeln fuer die Zusammensetzung des Konklave und das Vorgehen bei der Papstwahl steht in der Apostoloischen Konstitution "Universi Dominici Gregis" ueber die Vakanz des Apostolischen Stuhles und die Wahl des Papstes von Rom vom 22. Februar 1996.

1996 wurde mit der Universi Dominici Gregis die frueher geforderte Zweidrittelmehrheit plus eine Stimme ab dem 30. erfolglosen Wahlgang durch eine absolute Mehrheit ersetzt. Nach (roemisch-katholischem) kirchlichen Recht ist der Papst, wie alle Bischoefe, immer ein Mann.

Ablauf
Die Kardinaele werden im Domus Sanctae Marthae untergebracht. Waehrend des Konklave sind die Kardinaele von jedem Kontakt mit der Aussenwelt abgeschlossen. Weder Telefon, noch Fernsehen, Radio oder Zeitungen sind erlaubt.

Sedisvakanz
Das Konklave beginnt 15 bis 20 Tage nach Beginn der Sedisvakanz (lat.: sedis = Stuhl, vacans = leer, unbesetzt) mit einer Messe im Petersdom und dem Einzug der wahlberechtigten Kardinaele in die Sixtinische Kapelle.

Die längste Sedisvakanz der Kirchengeschichte währte zwei Jahre und neun Monate. Nach dem Tod von Klemens IV. im Jahre 1268 konnten sich die wählenden Kardinäle nicht auf die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit einigen.

Schwarzer oder Weisser Rauch
Darauf finden die Wahlgaenge nach genau festgelegtem Zeremoniell statt, gewoehnlich je zwei vormittags und nachmittags, mit eintaegigen Pausen nach drei Tagen. Nach jedem ergebnislosen Wahlgang werden die Wahlzettel mit nassem Stroh verbrannt: Der aussen sichtbare Rauch ist schwarz. War die Wahl erfolgreich, werden die Stimmzettel ohne nasses Stroh verbrannt: es wird weisser Rauch sichtbar. Seit neuestem werden aber Chemikalien hinzugefuegt, da bei manchen Wahlen das "Rauchzeichen" nicht eindeutig wahr.

Vetorecht zuletzt von Österreich ausgeübt
Ab dem 16. Jahrhundert erhielten einige katholische Nationen ein Vetorecht bei der Papstwahl. Konvention war, dass jede Nation jedoch nur einmal während der Papstwahl ein Vetorecht ausüben konnte. Es war der jeweilige Kardinal, der dieses Vetorecht ausübte. Dieser nutzte dieses Vetorecht erst dann, wenn es wahrscheinlich schien, dass ein Kandidat gewählt werden könnte. Nach der Wahl konnte dieses Vetorecht nicht mehr ausgeübt werden.

Österreich war das letzte Land, das dieses Recht ausübte. Kardinal Puzyna de Kosielsko informierte 1903 das Kardinalskollegium darüber, dass Österreich gegen eine Wahl des Mariano Cardinal Rampolla sein Veto einlege. Dieser hatte im Wahlvorgang zuvor 29 von 60 Stimmen erhalten. Das Kardinalskollegium wählte anschließend Giuseppe Kardinal Sarto, der den Papstnamen Pius X. annahm. Pius X. beendete diese Praxis und kündigte an, dass ein Kardinal, der ein Veto seiner Regierung verkünde, exkommuniziert werden könne.

Nach Abschluss der Wahl fragt der Kardinaldekan den gewaehlten Papst, ob er die Wahl annimmt. Bejaht der Gewaehlte fragt der Kardinaldekan: "Wie willst du dich nennen?". Danach wird ein Schriftstueck erstellt, welches die Annahme der Wahl und den neuen Namen des Papstes festhaelt. Ist der neugewählte Papst bereits Bischof, übernimmt er sofort sein neues Amt. Ist er noch kein Bischof, wird er erst durch den Kardinaldekan dazu geweiht. Seit 535 nimmt der neue Papst mit seiner Wahl auch einen neuen Namen an.

Raum der Traenen
Anschliessend begibt sich der neue Papst in den sogenannten "Raum der Traenen", einen kleinen roten Raum in der Naehe der Sixtinischen Kapelle. Die Herkunft der Bezeichnung ist unbekannt. In diesem Raum befinden sich weiße Papstroben in drei unterschiedlichen Größen. Der Papst zieht sich alleine an, kehrt zur Konklave zurück, wo der Kardinalkämmerer ihm den Papstring überstreift und jeder Kardinal dem neuen Papst, der auf einem Schemel nahe des Altars sitzt, die Ehre erweist.

Das Ende der Wahl wird markiert durch das Aufsteigen weißen Rauchs aus einem Schornstein und dem Ausruf des Kardinalprotodiakons auf der Benediktionsloggia des Petersdoms

"Annuntio vobis gaudium magnum. Habemus papam: Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum [Vorname] Sanctae Romanae Ecclesiae Cardinalem [Nachname] qui sibi nomen imposuit [gewählter Papstname]"
(Ich verkünde euch eine große Freude, wir haben einen Papst: Seine Eminenz, [Vorname] der Heiligen Römischen Kirche Kardinal [Nachname], welcher sich den Namen [gewählter Papstname] gab).

Der neu gewählte Papst erteilt anschließend der versammelten Menge den Apostolischen Segen Urbi et Orbi.

Liste der Kardinaele
Christoph Schoenborn

Kuenstlername
Nach der erfolgten Wahl wird der neue Papst gefragt, welchen Namen er annimmt. Die Namenswahl unterliegt der freien Entscheidung des Papstes.
- latinisierte Form des buergerlichen Namens
- Nemen bedeutender Vorgaenger
- Namen von Heiligen

Ruecktritt
Paepste werden grundsaetzlich auf Lebenszeit gewaehlt, das Kirchenrecht sieht aber auch ausdruecklich die Moeglichkeit eines Ruecktritts vor.

Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gueltigkeit verlangt, dass der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jdeoch, dass er von irgendwem angenommen wird. (Can. 332 - Par. 2. CIC)

Papst JOhannes Paul II. lehnte einen Ruecktritt aus gesundheitlichen Gruenden ab. Er begruendete dies damit, dass er "sein Kreuz tragen" und Christus im Leiden nachfolgen wollte. Auch Jesus haette nicht vom Kreuz steigen koennen. Insbesondere in westlichen Gesellschaften wurde er dafuer kritisiert (Tabuisierung des oeffentlichen Leidens und Sterbens in westlichen Gesellschaften). Seit 1409 ist jedoch kein Papst mehr von seinem Amt zurueckgetreten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Papstwahl

Mit Stichtag - 02.04.2005 - haben 117 Kardinäle das aktive Wahlrecht in einem Konklave.
http://www.vaticanhistory.de/vh/html/konklave__in_.html