You are hereDeutschland hat einen neuen Führer der röm.kath. Kirche.
Deutschland hat einen neuen Führer der röm.kath. Kirche.
Benedikt XVI (vormals Joseph Ratzinger) ist 3 Tage nach seinem 78. Geburtstag (erstmals seit rund 480 Jahren wieder ein Deutscher Kirchenführer) als 265. Papst gewählt worden.
Ratzingers erste Worte:
"Nach dem fantastischen Papst Johannes Paul II. haben Sie mich einen einfachen Arbeiter gewählt. Es tröstet mich die Tatsache, daß der Herr zu Arbeiten und zu handeln weis mit Mitteln und Instrumenten die nicht vollkommen sind. Deshalb vertraue ich mich eurem Gebet an."
Die Römisch-Katholische Kirche (auch nur Katholische Kirche genannt) ist die zahlenmäßig größte Konfession innerhalb des Christentums. Sie umfasst die Lateinische Kirche und die unierten Ostkirchen.
Papst Benedikt der sechzehnte
Warum hat der neue Papst den Namen "Benedikt XVI." gewählt (bzw. "Benedictus" oder im angelsächsischen "Benedict")?
Johannes Paul II. hat ein schweres Erbe hinterlassen.
Der Name des Papstes soll andererseits eine Aussage haben - die Würdigung eines Nachfolgers und die Demonstration von Kontinuität ist daher wahrscheinlich.
Gehen wir weiter in der Geschichte der Päpste der Neuzeit zurück, wäre ein Pius XIII. denkbar - aufgrund der diskussionswürdigen Haltung von Papst Pius XII. während des Nazi-Regimes scheidet jedoch auch dieser Name aus.
Der nächste Name, auf den man trifft, ist Benedikt XV. Liest man sich genauer in das Wirken dieses Papstes ein, sieht man dass er (mit seiner Amtszeit während des 2. Weltkriegs) als "Friedenspapst" in die Geschichte einging.
Was liegt in der heutigen Zeit von Terror-Anschlägen, Selbstmord-Attentaten, Religionskriegen und Globalisierungskonflikten näher, als mit einem neuen Friedenspapst ein Zeichen zu setzen?
Der Friedenspapst
Der lächelnde Papst Johannes Paul I. - eine Wohltat für die Welt, ein echter Mensch als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche - das war ein Novum!
Der weltoffene Papst Johannes Paul II. - ein Medienpapst, der die Welt bereiste, aus dem Vatikan nach draußen ging - der sehr genau wusste, welche Bedeutung das Informationszeitalter hat.
Der Friedenspapst Benedikt XVI. - Ein Papst, der die Vorarbeit seiner Vorgänger nutzt, die den massiven Einfluß des Papstes auf die Weltpolitik der Neuzeit erst ermöglich hat. Ein Papst, der ein klares Ziel verfolgt - die Versöhnung und das diplomatische Arrangement der derzeitig schwelenden weltweiten Konflikte.
Wer war Benedikt der fünfzehnte?
Benedikt XV. war während des ersten Weltkriegs Papst (1914 - 1922). Der gebürtige Giacomo della Chiesa (21.11.1854 - 22.01.1922) ging auf Grund seines engagierten Auftretens gegen den Ersten Weltkrieg als "Friedenspapst" in die Geschichte ein.
Details über Benedikt XV. (Quellen: wikipedia.de und heute.de): Er war seit 1887 an der Kurie tätig. Pius X. ernannte ihn 1907 zum Erzbischof von Bologna und 1914 zum Kardinal. Noch im selben Jahr wurde er am 3. September zum Papst gewählt.Wenige Wochen zuvor war der Erste Weltkrieg ausgebrochen. Obwohl Papst Benedikt persönlich auf der Seite Frankreichs stand, wahrte er die Neutralität der katholischen Kirche. Schon am 16. November 1914 bat er in einer Enzyklika um Frieden. 1917 machte er einen Verhandlungsvorschlag zum Abbruch des Krieges. Nach Kriegsende wandte er sich gegen die harten Maßnahmen der Sieger (Versailler Vertrag u.a.). Benedikt XV. konnte seine Ziele jedoch nicht verwirklichen.
Benedikt XV. beurteilte den Ersten Weltkrieg als Selbstmord der europäischen Nationen. Sein Pontifikat war bestimmt von immer neuen Friedensappellen und Geheimmissionen. Sein Vorschlag, dass Deutschland Belgien und das Elsass preisgeben sollte, um im Gegenzug vor dem totalen Zusammenbruche bewahrt zu werden, fand bei dem deutschen Kaiser Wilhelm II. jedoch kein Gehör. Dennoch steigerte der gebürtige Genueser die politische Bedeutung und das Ansehen des Papsttums erheblich. Er nahm diplomatische Beziehungen zu vielen europäischen Staaten auf und richtete zur Völkerversöhnung 1917 ein Schreiben an die Regierungen aller kriegsführenden Länder. Bleibende Wirkung hatte die von ihm vorangetriebene Belebung der Missionstätigkeit.
