Kooperation findet auch unter Individuen statt, die nicht direkt miteinander verwandt sind. Einen Erklaerungsansatz lieferte ein großes Computerturnier, zu dem der Politologe Robert Axelrod von der Universität Michigan bereits 1981 aufrief und in dem verschiedene Verhaltens- weisen gegeneinander antraten. Grundlage war eine Population künstlicher Individuen die das wiederholte Gefangenendilemma spielen. Die beiden Partner treffen während des Turniers mit hoher Wahrscheinlichkeit nochmals aufeinander. Im Detail hatten sich an folgende einfache Spielregeln zu halten hatten:
Jedesmal wenn 'A' auf 'B' trifft, entscheiden sich die beiden ob sie kooperieren oder die Kooperation verweigern wollen. Für jede Interaktion wurden Punkte vergeben:
Verweigern beide, erhalten beide einen Punkt
Kooperieren beide, erhalten beide drei Punkte
Kooperiert nur einer, der andere aber nicht, erhält der 'Schmarotzer' fünf Punkte, der 'Helfer' jedoch keinen !
[erinnert mich irgendwie an die aktuelle Fratze des Turbokapitalismus]
Überraschenderweise setzten sich die 'Schmarotzer' nicht durch...
Der Sieger heißt 'Wie Du mir, so ich Dir'
http://www.zahlenjagd.at/artikel99.html
Der Mathematiker Karl Sigmund und der Evolutionsforscher Martin Nowak zeigten eindrucksvoll, daß "Tit for Tat" keine letzte Lösung darstellt, sondern eine Art missing link, eine Polizei, die jeden Betrüger aus dem Spiel wirft. Erst dann können sich sanftere Wesen entwickeln, friedfertige Strategien, die aber auch nicht leichtgläubig auszubeuten sind, und, was das Wesentliche ist, die mit dem Zufall umgehen können.
http://matrix.orf.at/bkframe/991107_1.htm
Emergenz von Kooperation
1755 hat Jean-Jacques Rousseau in einer Schrift über die Ursprünge der Ungleichheit ein Problem für die Jagd nach Hirschen markiert, das als zentral für die Frage der Emergenz von Kooperation betrachtet werden kann.
Die Jäger sind nur dann in der Lage, das alsNahrungsressource sehr einträgliche Großwild zu stellen, wenn wirklich alle Jägerkonzentriert bei der Sache und das heißt an den ihnen zugewiesenen Treibjagdpositionenbleiben. Einen Hasen zu erlegen würde demgegenüber auch alleine gelingen und dasAuskommen des einzelnen Jägers schlecht und recht sichern. Sichtet ein Hirschjäger also aufseiner Pirsch einen Hasen, so besteht großer Anreiz, den individuellen, unmittelbarenJagderfolg dem eher ungewissen kollektiven vorzuziehen und damit die Hirschjagd scheiternzu lassen. Da dies für alle Jäger gleichermaßen gilt, stehen die Chancen der kooperativenHirschjagd schlecht. Ihr liegt ein „soziales Dilemma“ zugrunde: sie erbringt zwar höherenNutzen, bindet diesen aber an das ungewisse Verhalten von Individuen, die in derUnsicherheit über das Verhaltens der je Anderen großen Anreiz haben, „egoistisch“ unddamit eigentlich sub-optimal zu handeln.
http://homepage.univie.ac.at/~a6101mcd/emerkoop.pdf
"Solange ein Kind da ist, bekommt das eine Kind alles, bei zwei Kindern ist es eben ein Zweipersonenspiel, was der eine nicht hat, hat der andere. Erst bei dreien beginnt die Möglichkeit der Koalition, da können sich zwei gegen den Dritten verbünden, und die Konstellation kann gewechselt werden, nachher kann der eine sich mit einem von den beiden verbünden und gegen den Dritten gehen. Das ist die Situation in der Wirtschaft, wo auch die Koalitionen, das Zusammenspannen von gemeinsamen Interessen mit Wechsel, mit Übergang von einer Konstellation zur anderen, das Geschehen bestimmt."
[ Drei Akteure? Wirtschaft + Politik gegen Be-völkerung? ;-) ]