Staphylokokkentoxine

Nahrungsmittel/Lebensmittelwarnung

Die Sektion IV / Bundesministerium für Gesundheit und Frauen gibt bekannt, dass in Schwarzwälder Schinken
Bezeichnung: "Schwarzwälder Schinken"- handgesalzen und 12 Wochen gereift, Premium Qualität
Sachbezeichnung ist unbekannt
Beschreibung: Tasse aus Kunststoff mit Kunststofffolie verschweißt, oberseitig mit Sichtfenster
Gewicht: 200 g
Chargennummer: L 1/1
Mindesthaltbarkeitsdatum: 18.08.05
Erzeuger Boesinger Fleischwaren GmbH Riedstraße 5-9D-78662 Boesingen
Ursprungsland: Deutschland
Staphylokokkentoxine nachgewiesen wurden.

Die Probe wurde daher als gesundheitsschädlich im Sinne des § 8 lit.a LMG 1975 beurteilt.
Vor dem Verzehr dieses Produktes wird gewarnt.
Eine Rückholaktion wurde bereits gestartet.
Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen hat die Lebensmittelaufsicht der Bundesländer angewiesen, allfällig noch in Verkehr befindliche Produkte sofort zu beschlagnahmen.

Diese Warnung besagt nicht, dass die Gesundheitsschädlichkeit der Ware vom Erzeuger verursacht worden ist.

Rückfragehinweis:
BM für Gesundheit und Frauen
Ministerbüro
Mag. Christoph Hörhan
Tel.: ++43 1 711 00/4379
mailto:christoph.hoerhan@bmgf.gv.at
www.bmgf.gv.at
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0157 2005-07-22/18:59
221859 Jul 05
Quelle: APA OTS

Der Schinken wurde vom Hersteller aus Bösingen in Deutschland zu 200 Gramm in Tassen aus Kunststoff verschweißt.
Quelle: vol.at

Bösinger Fleischwaren GmbH
Riedstraße 9
78662 Bösingen
Tel.: 0 74 04 / 92 06 - 0
Fax: 0 74 04 / 70 45

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE 142821104
Registergericht: Mustergericht HRB 281 RO

USt-IdNr.: DE 142821104
USt-Nr.: 1906001066

Geschäftsführer: Gerhard Kopf, Dipl. Volkswirt

Quelle: http://www.boesinger.de/

STAPHYLOKOKKEN
http://de.wikipedia.org/wiki/Staphylokokken

Staphylokokken (von gr. staphylé = Weintraube und gr. kókkos = die Kugel) sind unbewegliche, rundliche, weintraubenähnlich angeordnete nicht sporenbildende Bakterien aus der Gruppe der Kokken (ehemals zur Fam. Micrococcaceae gerechnet, aktuell wurde in der neuen Auflage des BERGEY´S MANUAL of Systematic Bacteriology, 2. Edition vorgeschlagen, sie in eine neue Familie der "Staphylococcaceae" einzuordnen), die fakultativ anaerob (Ausnahme: Staphylococcus aureus subsp. anaerobius, eine schafadaptierte obligat anaerobe Subspezies) wachsen. Sie besiedeln als Kommensalen die Haut und Schleimhäute von Menschen und Tieren und kommen auch in der Umwelt [einschließlich auf Lebensmitteln] vor.

Die Staphylokokken-Spezies mit der höchsten pathogenen Potenz sowie generell einer der bedeutendsten Krankheitserreger beim Menschen ist die koagulasepositive [meint: eine Verklumpung (Agglutination) bei Mischung von Bakterien mit physiologischer Kochsalz-Lösung und Citratplasma (durch Zusatz von Natriumcitrat ungerinnbar gemachtes Blutplasma)] Spezies:

* Staphylococcus aureus (ganz korrekt: Staphylococcus aureus subsp. aureus)

Die koagulasenegativen [meint: keine Verklumpung (Agglutination) bei Mischung von Bakterien mit physiologischer Kochsalz-Lösung und Citratplasma (durch Zusatz von Natriumcitrat ungerinnbar gemachtes Blutplasma)] Staphylokokken sind in der Regel Besiedler der Haut- und Schleimhäute ohne Krankheitsbedeutung. Jedoch bei immunsupprimierten Patienten (meint: Patienten, bei denen mit Medikamenten die Abwehrfunktion des Immunsystems herabgesetzt worden ist, wie z.B. nach einer Transplantation) und im Zusammenhang mit sog. Polymer-assoziierten Infektionen, d.h. einer Besiedlung von Kunststoffoberflächen (z.B. Katheter, künstliche Herzklappen, künstliche Gelenke), besitzen die koagulasenegativen Staphylokokken medizinische Bedeutung. Hiervon können beim Menschen insbesondere folgende Spezies in Erscheinung treten:

* Staphylococcus epidermidis
* Staphylococcus haemolyticus.

Eine weitere koagulasenegative Spezies, die allerdings mit einem spezifischen Krankheitsbild assoziiert ist, stellt

* Staphylococcus saprophyticus subsp. saprophyticus

dar. Dieser Erreger kann für das Dysurie-Syndrom bei jüngeren Frauen sowie auch für unspezifische Urethritiden (Harnröhrenentzündungen) bei Männern verantwortlich sein.

Für den Meschen am gefährlichsten sind diejenigen Stämme, die auch und besonders auf Grund der unkontrollierten Anwendung in der Massentierhaltung gegen die gebräuchlichsten, beim Menschen verwendeten Antibiotika wie Methicillin resistent geworden sind. Das sind die:

* Methicillin-resistente Staphylokokken (MRSA)

Bisher traten sie vor allem in Krankenhäusern auf, sind schwer zu bekämpfen und verbreiten sich demzufolge wesentlich schneller als andere Keime. Erreger aus dieser Gruppe, die außerhalb von Kliniken auftreten nennt man:

* community aquired (in der Bevölkerung erworbene) MRSA, kurz cMRSA

cMRSA können neben reinen Besiedlungen auch Abszesse und nekrotisierende Pneumonien verursachen. Neuere Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass sie doch schon weiter verbreitet sind als erhofft (Atlanta - 25,7 pro 100 000 Einwohner; Baltimore - 18 pro 100 000 Einwohner). In Europa treten diese Erregerarten noch nicht so häufig auf. Sie lassen sich momentan noch mit mehreren Antibiotika bekämpfen, die nur für die Bekämpfung ansonsten therapieresistenter Stämme ausschließlich beim Menschen verwendet werden sollte und hoffentlich auch nur für diesen Zweck benutzt wird.

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Literatur

* Frank Kipp, Alexander W. Friedrich, Karsten Becker, Christof von Eiff: Bedrohliche Zunahme Methicillin-resistenter Staphylococcus-aureus-Stämme. Deutsches Ärzteblatt (Köln) 101(28-29), S. A2045 - A2051 (2004), ISSN 0012-1207

* H. Linde, N. Lehn: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA). Dtsch med Wochenschr 2005; 130: 582-585

BAKTERIEN St - St bak_s3
----------------------
(Staphylokokken - Staphylococcus hominis)

Staphylokokken
==============

Grampositive in Trauben oder Haufen beieinanderliegende Kokken-Bakterien.
Medizinisch bedeutsam: *Staphylococcus aureus, am pathogensten durch ein
Arsenal von Pathogenitätsfaktoren, weniger pathogen:"Koagulase-negative Staphylokokken"
(Staphylococcus epidermidis, S. saprophyticus), denen diese Faktoren fehlen.

Staphylococcus aureus
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Pathogene Staphylokokken, die über ein Arsenal von Pathogenitätsfaktoren
verfügen (Koagulase,Clumping factor, Haemolysine, Protein A, u.a.Enzyme).
Staph. aureus kommt als Besiedelungskeim auf Haut und Schleimhäuten vor.
Erkrankungen:
Staph. aureus verursacht Eiterungen der Haut und Schleimhäute oder von
Organen.
Häufigster Erreger von Wundinfektionen, Abszessen, Follikulitis, Furunkel,
Karbunkel, Impetigo contagiosa;
Osteomyelitis, außerdem Mastitits, Sepsis, Beatmungspneumonie.

Toxinproduzierende Stämme können spezielle Krankheitsbilder verursachen:
Toxic shock syndrom; Dermatitis exfoliativa, Lebensmittelvergiftung.

Diagnose:
Erregernachweis von Staph. aureus in jeweiligem Untersuchungsmaterial.
Therapie:
je nach Resistenzsituation Flucloxacillin, Clindamycin, Cephalosporine
der 1. Oder 2. Generation (Cefalexin, Cefazolin, Cefuroxim),
Aminopenicillin plus Betalaktamase-Inhibitor (Ampicillin/Sulbactam,
Amoxicillin/Clavulansäure), Fosfomycin.
Bei Multiresistenz Vancomycin oder Teicoplanin. In Deutschland sind
ca. 8 % der Stämme multiresistent gegen Flucloxacillin und andere
Betalaktam-Antibiotika (siehe *MRSA).

*Staphylokokken Toxic-shock Syndrom
Toxine von Staphylococcus aureus können eine foudroyant verlaufende
Erkrankung auslösen, die bei 10-30 % der Patienten innerhalb weniger
Stunden oder Tage tödlich endet. Jede Staphylokokken-Infektion mit
toxinproduzierenden Stämmen kann die Ursache sein; bei 2/3 der Fälle geht
die Infektion bei jungen Frauen während der Menstruation vom Genitaltrakt
aus bei Benutzung von Tampons.
Der fulminante Krankheitsverlauf beruht auf der Wirkung der Toxine als
Superantigene. Das bedeutet, daß relativ wenige Toxinmoleküle durch eine
"unspezifische" Verknüpfung von Antigen-präsentierenden Zellen mit T-
Helferzellen eine polyklonale Vermehrung von T-Helferzellen induzieren, die
wiederum die Makrophagen zu massiver Sekretion von Interleukin 1 und TNF
veranlassen. Die Krankheitssymptome sind Folgen der Überproduktion dieser
Zytokine. Möglicherweise beschränkt sich die Erkrankung auf bestimmte HLA-
Typen, da die Toxine an bestimmte Regionen von MHC Molekülen der Klasse II
binden. Das genaue "passen" zu definierten MHCII-Molekülen mit T-
Zellrezeptoren macht dieses Ereignis relativ selten.

Klinik:
starker Schmerz an der Eintrittspforte. Foudroyantes Fortschreiten der
Lokalinfektion, phlegmonös, schmerzhaft. Fieber >39 C, scharlachähnlicher
Hautausschlag, Myalgien, Kopfschmerzen, oft Erbrechen, Diarrhoe;
Blutdruckabfall, Verwirrtheit. Oft innerhalb weniger Stunden bis Tage
Nieren- und Leberfunktionsstörungen, Gerinnungsstörungen, Schock. Nach 1-2
Wochen Desquamation der Exanthem-Bezirke.

Diagnose:
Klinik, Erregernachweis in Abstrichen. Therapie.
1) Intensivmedizinische Maßnahmen, Stabilisierung lebenswichtiger
Funktionen (mechanische Beatmung, Schocktherapie, Behandlung der
Verbrauchskoagulopathie, ggf. Dialyse), Flüssigkeits- und
Elektrolytsubstitution.
2) Antibiotika: Clindamycin (stoppt die Toxinproduktion) sollte zur
Initialtherapie bei unbekanntem Erreger mit anderen Breitband-
Antibiotika kombiniert werden z.B. mit Cefotaxim oder Ceftriaxon,
evtl. plus Aminoglykosid. Nach Antibiogramm Clindamycin oder Flucloxa-
cillin oder Cefazolin.
3) Bei Wundinfektionen chrirugische Intervention.
4) Immunglobulinen wird ein günstiger Effekt zugeschrieben, wahrscheinlich
durch neutralisierende Antikörper.
5) Cortison kann durch seine antimitogene Wirkung den Krankheitsverlauf
abmildern.
6) Bei genitaler Staphylokokken-Infektion ggf. Tampons entfernen.

*Staphylogene Dermatitis exfoliativa. Synonyma: Scalded-Skin-Syndrom,
Lyell-Syndrom, Morbus Ritter v. Rittershain.
Die Erkrankung mit flächiger Ablösung der Epidermis wird ausgelöst durch
Toxine (Exfoliatin), die von einigen Staphylococcus aureus-Stämmen
produziert werden. Sie entsteht bei Besiedelung oder Infektion der Haut
mit solchen Stämmen. Betroffen sind vor allem Neugeborene und Kleinkinder.

Klinik:
Blasenbildung, Ablösung der Haut unter dem Stratum corneum. Durch
Verschmelzen mehrerer Blasen entstehen großflächige Hautablösungen wie
bei einer Verbrennung.
Diagnose:
Klinik, Erregernachweis im Abstrich.
Differentialdiagnose:
Toxische epidermale Nekrolyse verursacht durch Medikamente wie
Sulfonamide, Phenytoin, Indomethacin, Allopurinol.
Therapie:
die staphylogene Dermatitits exfoliativa muß mit Antibiotika behandelt
werden, z.B. Flucloxacillin oder Clindamycin oder Cephalosporin.
Ausgedehnte Hautveränderungen und nässende Läsionen sollten wie
Verbrennungen behandelt werden; evtl. Abdeckung mit einem polymeren Gel.

*Staphylokokken Lebensmittelvergiftung
Manche Staphylokokken-Stämme können Enterotoxine produzieren. Gelangen sie
in Lebensmittel lösen wenige Stunden nach oraler Aufnahme gastrointestinale
Symtome aus.

Klinik:
kurze Zeit nach Nahrungsaufnahme (30 Min. bis wenige Stunden) Übelkeit,
Erbrechen, manchmal Durchfall, kein Fieber. Oft Gruppenerkrankungen.
Therapie:
Flüssigkeits- und Elektrolytersatz.

Staphylococcus epidermidis (siehe Koagulase-negative Staphylokokken)
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Staphylococcus saprophyticus
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Erreger von Harnwegsinfektionen vor allem bei jungen Frauen (Honey-moon
Cystitis).

Staphylococcus haemolyticus, Staphylococcus capitis, Staphylococcus hominis
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Hautkeime. Können beteiligt sein an Infektionen wie Endokarditis, Sepsis,
Peritonitis, Wundinfektionen, Osteomyelitis.

25.07.2005
MYSTERIÖSE TÖDLICHE KRANKHEIT IN CHINA

In China untersuchen Experten den Aus-
bruch einer mysteriösen Krankheit, an
der bisher 17 Menschen gestorben sind.
Weitere 41 Personen sind erkrankt.
Betroffen sind Bauern, die offenbar
kranke Schweine oder Schafe geschlach-
tet hatten. Die Behörden vermuten eine
Streptokokken-Infektion.

Die Regierung der Provinz Sichuan wies
Spekulationen zurück, dass die Todes-
fälle Folgen der Vogelgrippe oder der
Lungenkrankheit Sars sein könnten. Auch
Experten der Weltgesundheitsorganisa-
tion gehen davon aus, dass es sich
nicht um diese Krankheiten handelt.