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Aktionen vom 28. August 2009 zum Andreas-Hofer-Gedenkjahr
Für einiges Aufsehen sorgte die künstlerische Aktion vom 28. August 2009 beim Andreas-Hofer-Denkmal am Berg Isel. Das Linzer Kunstkollektiv "qujOchÖ - experimentelle kunstund
kulturarbeit" bekennt sich mit diesem Schreiben zu diesem interventionistischen Eingriff. Die Umgestaltung des Andreas-Hofer-Denkmals steht in einer Reihe mit weiteren Aktionen,
die von uns am gleichen Tag in Innsbruck durchgeführt wurden. So wurde die Andreas- Hofer-Straße in Pippi-Langstrumpf-Straße umbenannt, in einem lokalen Spar-Supermarkt erfolgte ein Austausch des gesamten Andreas-Hofer-Sortiments (Käse, Bier, …) durch Abdullah-Öcalan-Produkte und in der Hofer-Wanted-Ausstellung wurde eine Soundinstallation mit rebellischen Texten aus der Popkultur angebracht. Im Mittelpunkt all dieser Aktionen stand die Auseinandersetzung mit einem mythologisch aufgeladenen RebellInnentum. Dies nicht aus Jux und Tollerei, sondern aus wohl überlegtem Grund. Durch den banal anmutenden Austausch eines Rebellen mit anderen (z. B. RAF, Pippi Langstrumpf, Abdullah Öcalan, Bob Marley, Asterix & Obelix, Mahatma Gandhi, …) wird die Absurdität des Personenkults wie jener um Andreas Hofer sichtbar. Mythologische Verklärungen, ritualisierte Heldenverehrungen und politisch motivierte Geschichtsschreibungen führen dazu, dass eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Geschichte beinahe unmöglich
gemacht wird. Bedanken möchte sich qujOchÖ bei den VerfasserInnen der zahlreichen Forumsbeiträge auf www.orf.at, www.derstandard.at etc. und der überwiegend differenzierten Diskussion über die Aktion. Der Tiroler FPÖ, die uns in einer einfältigen Presseaussendung "zerstörerische Aktionen und
damit eine Radikalisierung der Diskussion" vorgeworfen hat, möchten wir mitteilen, dass es sich bewusst nicht um zerstörerische Aktionen handelte und im Gegenteil zum Vorwurf eine Differenzierung der Diskussion das Ziel war und ist.
Der "Liste Tirol" möchten wir auf diesem Weg mitteilen, dass der italienische Geheimdienst nicht hinter der Aktion steht und uns ihre paranoide Weltsicht unheimlich ist. Eine ausführliche Dokumentation der künstlerischen Aktionen findet sich in den kommenden Tagen unter http://www.qujOchOE.org.
qujOchÖ, Innsbruck/Linz, 30. August 2009
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Die Kunst- und Kulturinitiative “qujOchÖ - experimentelle Kunst- und Kulturarbeit” wurde 2001 in Linz gegründet. qujOchÖ greift in Prozesse an den Schnittstellen von Kunst, Politik/ Gesellschaft und Wissenschaft mittels inventiver künstlerischer Methoden ein, die von künstlerischen Interventionen in öffentlichen Räumen, öffentlichen Vortrags- oder Diskussionsreihen, musikalischen und visuellen Aktionsformen oder veröffentlichten Schriftreihen bis
hin zu aktionsorientierten Installationen reichen. Die Herangehens- und Arbeitsweise von qujOchÖ ist regelmäßig durch Transdisziplinarität von Wissenschaft und Kunst, einer besonderen Intensität sowie der kritischen Auseinandersetzung mit gewöhnlichen kulturellen Praxen gekennzeichnet.