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Reichtum ist der Mangel an Bedürfnissen
Big Brother Big Profit
http://www.youtube.com/watch?v=O-1ISx68w1s
... um nicht am eingebildeten, eingeredeten Mangel zu leiden.
* Weniger Konsumgüter zu kaufen, heißt weniger Müll zu produzieren.
* Weniger Schnäppchen kaufen, heißt mehr Geld für qualitativ hochwertige Waren übrig zu haben.
* Weniger vorgefertige Lebensmittel zu vertilgen, heißt mehr BIO für seinen eigenen Körper.
* Weniger Shopping und Konsum heißt mehr Zeit für sich und die wahrhaft wichtigen Dinge.
* Weniger dem Geld nachzujagen, heißt mehr Lebensqualität.
* Weniger Sachen zu besitzen, heißt mehr Überblick über sein Leben zu haben.

Es ist so, dass sehr, sehr viel von dem um uns herum nicht wichtig,
nicht wirklich wesentlich ist. Strenggenommen ist alles was über das
Überleben hinausgeht, purer Luxus. Dennoch und das ist das Haupt-
problem, werden wir immer und immer wieder damit konfrontiert,
dass wir Mangel leiden (sollen).
- Wir haben zuwenig Freizeit.
- Wir können uns nicht das leisten was wir wollen
- Um unsere Gesundheit könnte es besser gestellt sein.
Sobald ich mich umsehe, erhalte ich dauerhaft die Botschaft: Sieh,
das ist erstrebenswert und DU hast es NICHT". Da wir als soziale Wesen
darauf geeicht sind, auf unser Umfeld zu reagieren, landet dieses Mangel-
gefühl bei uns und weckt ein Bedürfnis. Genau genommen haben wir nur
das Urbedürfnis uns weniger schlecht und mehr gut zu fühlen. Der "erlebt
bekommene Mangel" schafft ein unangenehmes Gefühl. Das wiederum
widerspricht dem Grundbedürfnis (s.o.) und daraus entwickelt sich dann
ein - nennen wir es Meta- Bedürfnis - danach den vermeintlichen Mangel
abzustellen.
Den uns umschwirrenden Botschaften ist gemein, dass sie gleich mit der
Mangelanzeige, den Bedürfnisbefriediger mitliefern. Beispiel: VW wirbt
für den vollkommen irrsinnigen, nutzlosen und überteuerten Touareg mit
einem smarten Pärchen (Botschaft: Sind die schön...ich bin nicht so schön).
Die beiden "toben", mit dem "Bobby-Car für Große" durchs Gelände
(Botschaft: Die haben Spaß, ich habe nicht solchen Spaß). Flunkern sich
dabei gegenseitig an (die sind locker drauf, ich bin nicht so locker drauf).
Also denkt der Beobachter sich: "das würde ich auch gern mal" Klar, dass
sich die Masse dieses Fahrzeug nicht leisten kann, klar auch, dass nicht
jeder Spaß daran hat, eine 70000 EUR Schüssel wie einen Trecker durchs
Gelände zu dreschen. Klar aber auch, dass "Auto", "Aussehen", Spass
haben" jetzt Bedürfnisse sind. Also nicht jeder kauft das konkret beworbene,
aber die Werbenden nutzen ohne Ausnahme die gleichen Schlüsselbe-
dürfnisse, um uns das Gefühl zu vermitteln, das uns etwas fehlt. VW ist
egal ob aus Frust jetzt erst einmal eine Pizza gefuttert wird oder ob so ein
Wagen mal für ein Wochenende geliehen wird. Oder ob man selbst mit
seiner Karre zum Waschstraße und danach in die Stadt fährt, um neue
Klamotten zu kaufen und sich besser zu fühlen.
Zum Verständnis, die Botschaft lautet: Was Du brauchst, hast Du nicht
und Du kannst es auch nur von außen zugeführt bekommen. Das zwingt
mich dann in einen Kreislauf: Nicht selbstbestimmte Bedürfnisse erfordern
nicht selbst bestimmte Arbeit.
Will ich mich davon lossagen, meine Freiheit wieder zurückgewinnen,
muss ich diesen Kreislauf erkennen und durchbrechen. Zu beginn reicht
vielleicht der Satz: "Reichtum ist der Mangel an Bedürfnissen".
Am meisten spare ich (und lebe ganz nebenbei am glücklichsten und
zufriedensten) wenn ich akzeptiere, dass meine Empfindungen das Tor
zu meinen Ressourcen (Arbeitskraft, Anstrengung, Geld) öffnen. Ich muss
jetzt aber erkennen, dass meine Empfindungen nur von mir gemacht werden.
Das echte Grundbedürfnis "gut fühlen" kann ich beinahe immer von jetzt auf
gleich befriedigen, indem ich mich einfach gut fühle, das jetzt erlebte gut-
heiße und mich daran erfreue.
Quelle: http://knauserer.light-gap.net/
