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Rosa
Zu «Rosa»
NZZ-Folio «Kitsch und Kult» (12/03)
Rosa, Farbe der Sanftheit und der zarten Verheissung...
Tatsächlich gibt es keine Farbe, die sich so an der Umgebung anpasst wie Rosa. Rosa wirkt anders in Kombination mit Violett, als wenn man es mit Gelb kombiniert. Interessant ist aber auch der Wandel vom männlichen zum weiblichen Rosa. Rosa ist heute tatsächlich die Kennfarbe des Weiblichen. Das war ursprünglich anders. Rot ist eine männliche Farbe. Rosa ist das kleine Rot, das geschwächte Rot- die Farbe der kleinen Jungen. Giottos Jesuskind (Ognissanti-Madonna von 1365) wurde mit einen rosaroten Kleidchen gemalt. Blau war die Marienfarbe - hellblau die Farbe der Mädchen. Zur Zeit des Rokokos trugen sogar ältere Männer rosa. Rosarote Kleidung war weder alters- noch geschlechtsgebunden. Im Sinne der christlichen Farbsymbolik wurden Rot und Rosa für Jungen gebraucht, für Mädchen Blau und Hellblau. Als männliche Farbe zeigt sich Rosa zur Zeit des Rokokos, in der Rosa zur litugrischen Farbe wurde. Reiche Adlige spendeten der Kirche ihre abglegten Kleider, darunter eben auch die rosafarbenen. Die Kirche hatte aber keine Verwendung dafür, weil nur die Farben, Weiss, Rot, Grün, Schwarz und Violett kirchliche Farben waren. Die Kirche erklärte 1729 Rosa zur liturgischen Farbe. Seither tragen katholische Geistliche am dritten Aventsonntag Rosa.
B. Baltensweiler, Zürich
Quelle: NZZ
