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Seigniorage
Der Begriff leitet sich aus dem französischen Wort "seigneur" für Feudalherr bzw. Lehnsherr ab, da diese im Mittelalter das ausschließliche Recht zur Münzprägung hatten.
Die Rolle der Feudalherren sollte heute der Eigentümer der Zentralbanken und damit der jeweilige Staat haben, in Wahrheit haben aber die Geschäfstbanken das Ruder in der Hand.
Als Seigniorage bezeichnet man die Einnahmen aus der Geldschöpfung von Zentralbanken, die daraus resultieren, dass Zentralbankgeld den Geschäftsbanken nur gegen verzinste Forderungen zur Verfügung gestellt wird, selbst aber keine Zinsen trägt.
Quellen: Wikipedia, Fischer
Die Herstellungskosten für die jetzigen Euro-Banknoten betragen im Durchschnitt 7–8 Cent pro Geldschein.
Sichtguthaben (auf Girokonten) stellen in der Eurozone heute 85% der Zahlungsmittel dar (Geldmenge M1). Damit ist das Geldregal dem Staat faktisch entglitten und auf die Banken übergegangen.
Weniger bekannt als die ihrer Zerrüttung nahen Staatsfinanzen ist die Tatsache, dass die Geldschöpfung de facto inzwischen überwiegend von den Geschäftsbanken ausgeübt wird, je nach Land zu 65–95%, in der Eurozone zu 85%. Dies bedeutet, dass die Zentralbank die Kontrolle über die Geldmenge weitgehend verloren hat.
Die Finanzwissenschaft nennt den Gewinn der Banken aus der Sichtguthabenschaffung ebenfalls Seigniorage. Dies ist ein irreführender Sprachgebrauch.
Quelle: Reform der Geldschöpfung - Joseph Huber
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/huber/ (PDF)
Die geringfügige, gleichwohl bedeutsame Gesetzesergänzung besteht darin, den Artikel im Zentralbankgesetz über die Geldschöpfung (in der EWU Artikel 16 der Zentralbankstatuten) dahingehend zu ergänzen, dass er außer Bargeld auch alles unbare Geld i.S. der heutigen Sichtguthaben umfasst.
Artikel 16
Banknoten
Nach Artikel 106 Absatz 1 dieses Vertrags hat der EZB-Rat das ausschließliche Recht, die Ausgabe von Banknoten innerhalb der Gemeinschaft zu genehmigen.
Die EZB und die nationalen Zentralbanken sind zur Ausgabe von Banknoten berechtigt.
Die von der EZB und den nationalen Zentralbanken ausgegebenen Banknoten sind die einzigen Banknoten, die in der Gemeinschaft als gesetzliches Zahlungsmittel gelten.
Die EZB berücksichtigt so weit wie möglich die Gepflogenheiten bei der Ausgabe und der Gestaltung von Banknoten.
Satzung des europäischen Systems der Zentralbanken und der EZB
Die wahre Ursache für die Instabilisierung unserer Gesellschaft liegt darin,
daß die Geldguthaben und damit die Kapitaleinkommen in unserem Wirtschafts-
system notwendigerweise rascher als das Bruttosozialprodukt wachsen müssen,
was ich als 2. Hauptsatz der Volkswirtschaftslehre formuliert und begrün-
det habe (siehe dazu [1]) und was wegen der starken Ungleichheit des Kapital-
vermögens zu einem Auseinanderdriften von Arm und Reich führen muß. Dieser
Ansatz geht in seinem Grundverständnis auf Helmut Creutz [2] zurück, der sich
schon lange mit den Fragen der Geldschöpfung befaßt (siehe dazu [3]) und
dem ich in diesem Zusammenhang auch für die Unterstützung bei der Verfas-
sung dieses Artikels danken möchte.
Die angesprochene Instabilisierung unserer Gesellschaft kann nur durch geeig-
nete Kapitalsteuern verhindert werden und nicht durch Modifikationen im Geld-
schöpfungsprozeß.
Verwirrungen um die Giralgeldschöpfungen von Banken
Erhard Glötzl
http://e.gloetzl.googlepages.com/vortr%C3%A4ge%C3%B6konomie
