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Self destroying prophecy


Die „Selbsterfüllende Prophezeiung“ (self-fulfilling prophecy) wurde von Robert K. Merton in die soziologische Debatte eingebracht samt ihrem logischen Gegenstück. (der self-destroying prophecy).

Robert King Merton (geb am 5. Juli 1910, gest. 23. Februar 2003) war Soziologe.
Þ Er prägte den Begriff „Selbsterfüllende Prophezeiung“ im Jahre 1948

Robert K. Merton war an der Harvard Universität von 1931 bis 1937 Schüler von Talcott Parson und versuchte die Statik seines Strukturfunktionalismus durch eine Betonung der Dynamik sozialer Prozesse zu überwinden.
Seiner Meinung nach fehlte der Soziologie zur Entwicklung von Grand Theories ( wie z.B: der Strukturfunktionalismus) noch die empirische Grundlage, und er versuchte theoretische Konzepte auf der Ebene von Theorien mittlerer Reichweite mit einer empirischen Fundierung zu verknüpfen.
(Er ist der Vater von Robert C. Merton, dem Wirtschafts-Nobelpreisträger von 1997.)

SFP meint selbsterfüllende Prophezeiung,Þ also eine Voraussage, die geradezu zwanghaft allein deswegen eintrifft, weil man fest an sie glaubt – siehe besonders Wahrsagerei.

Der Begriff „Selbsterfüllende Prophezeiung“ ist verwandt mit:
Þ Siehe 2. Folie
Ein Problem der Psychologie überhaupt:

Doch gibt es solche „selbsterfüllenden Prophezeiungen“ auch woanders: Ist es nicht dasselbe Problem, wenn in Religionen und Kulturen von vornherein die Boshaftigkeit der Menschen und insbesondere der Jugend behauptet wird- frei nach dem Kirchenvater Augustinus denn der Mensch ist böse von Jugend auf ? Und das bestätigt sich dann auch natürlich immer so! Der Grund muss allerdings nicht sein, dass diese These des heiligen Augustinus stimmt, sondern weil man sich schlicht und einfach von vornherein gar keine richtige Mühe gibt, es mal anders zu versuchen. Gerade in den entscheidenden Dingen will man gar nicht sachlich und wissenschaftlich sein und nutzt schon gar nicht den gesunden Menschenverstand, etwas zu tun , damit diese These widerlegt wird oder macht auch nur diese berühmten halben Sachen .... Das gilt natürlich auch nicht nur für unsere eigene westliche Kultur, sondern ganz bestimmt auch für alle anderen:
Denken wir an die „Erzählung vom Embryozustand“ aus dem klassischen Buddhismus, die so angelegt ist, dass die Verworfenheit der Frau voll bestätigt wird, die zu Beginn der Geschichte behauptet wurde.

Warum sollte das mit der selffulfilling prophecy nicht auch funktionieren, wenn es um Positives geht?

Wenn wir beklagen, dass die Männer alle eindimensional sind und das die Frauen nur auf das Geld und auf die Position der Männer aus sind- und das sie alle von Partnerschaft keine Ahnung haben, so könnte das also alles an den bisherigen (theologischen) Thesen liegen. Was wäre, wenn wir uns auf eine positive Utopie einließen? Wenn man vor allem Kindern von Anfang an ein Konzept der Partnerschaft und Liebe beibringt statt der bisherigen Konzeption aus lediglich „biologischer Information“ (falls überhaupt) und Verklemmtheit, ja wenn man überhaupt einem Menschen sagt, dass er nicht nur äußerlich, sondern wirklich moralisch ist und das er das alles auch schafft und ihm die richtigen Strategien dazu gibt, dann dürfte doch auch das funktionieren (zumal wenn daran wirklich etwas dran ist!) Man muss eben nur die Probleme als Herausforderung sehen und anpacken, siehe etwa Erstkommunion und Kindererziehung.
Es ist mit Sicherheit keinesfalls leicht, sich von den Vorurteilen a la selffulfilling prophecy frei zu machen, doch vielleicht wirkt- zumindest auf Dauer – der bessere Durchblick und vielleicht lohnt sich auch gerade hier ein Gebet??

Sie (SFP) ist grundsätzlich von der Prognose in den Naturwissenschaften zu unterscheiden. Denn das Objekt einer soziologischen Vorhersage kann selber ein sozial handelndes Subjekt sein, weil es die Voraussage mit zu hören und darauf zu reagieren vermag.
So kann eine „falsche“ Prognose (etwa: „Morgen geht die XYZ-Bank pleite!“) dazu führen, dass die vollkommen solide XYZ-Bank durch einen jähen Abzug aller Gelder ihrer Gläubiger insolvent wird und falliert.
Umgekehrt kann eine solide Voraussage (etwa: „Im Hauptbahnhof wird um 12 Uhr eine Bombe hochgehen!“) durch rechtzeitige Nachsuche und Entschärfung der tatsächlich vorhandenen Bombe falsch werden.

In beiden Fällen ist also das Eintreten bzw. Nichteintreten der soziologischen Voraussage (noch) nicht ihre Rechtfertigung bzw. Widerlegung.
Praktisch ist dies z.B. ein Alltagsproblem der Demoskopie( unter anderem bei Wahlprognosen) und des Warnwesens, sogar der Geheimdienste. Daraus folgt, dass – zumindest auf den ersten Blick- solide soziologische Vorhersagen von unfundierten oder gar Scharlatanerien nicht leicht zu unterscheiden sind.
Theoretisch wird ein ungewöhnlich schwieriges Problem aufgeworfen, weil in den Prognosen der experimentalen Naturwissenschaften durch die genaue Einhaltung einer Versuchsanordnung die uns geläufige zweiwertige Logik oft reicht:
Die Prognose ist dann je nach Versuchsausgang entweder wahr oder falsch (W/F). Für die Prognose in den Sozialwissenschaften wird aber zur Aufnahme aller Optionen der hörenden Betroffenen eine erkenntnistheoretisch mehr-als- zweiwertige Logik benötigt (z.B. die Güntherlogik- nach Gotthart Günther benannt).
Beispiel:
Auf die Prognose , ein Schiff werde morgen nach der Ausfahrt scheitern kann der Kapitän damit reagieren, dass er sich diesem Entweder- Oder von Scheitern/Nichtscheitern gar nicht stellt, sondern etwas Drittes wählt, nämlich im Hafen liegen bleibt – ein bereits von Aristoteles überlegtes Beispiel

Definitionen des Begriffs „Selbsterfüllende Prophezeiung“

Eine Vorhersage erfüllt sich dadurch, dass diese Vorhersage gemacht wird.( von Franz Kreuzer im Buch „Die Unsicherheit unserer Wirklichkeit; 1982)

Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ist eine Annahme oder Voraussage, die rein aus der Tatsache heraus, dass sie gemacht wurde, das Angenommene erwartete, oder vorhergesagte Ereignis zur Wirklichkeit werden lässt und so ihre eigene „Richtigkeit“ bestätigt. (von Paul Watzlawick im Buch „Die erfundene Wirklichkeit“ 1978; im Text Selbsterfüllende Prophezeihungen)
Menschen erwerben im Laufe ihres Lebens vielfältige Erwartungen, welche ihre Zukunftserwartung gegenüber bevorstehenden Ereignissen determinieren.
Dies ist ein durchaus nützlicher Prozess, der hilft, sich auf bevorstehende Situationen einzustellen und vorzubereiten. Darüber hinaus können sich solche Erwartungen aber auch verselbständigen und werden so zu einem Faktor, der ihre eigene Erfüllung bewirkt.
Dies manifestiert sich vor allem im alltäglichen Leben.
Þ Beispielsweise wird eine Person, von der begründet ausgegangen werden kann, dass sie einem mit einer positiven Einstellung gegenübersteht, anders behandelt, als eine Person, der eine antipatische Haltung zugeschrieben wird. Hierbei spielt die tatsächliche Einstellung der Person keine Rolle. Das Verhalten gegenüber dieser Person wird demnach durch die Erwartung an ihre positive respektive. negative Einstellung bestimmt.

Konzept self-fulfilling-prophecy

In diesem Abschnitt geht es um die Darstellung und Beschreibung des Begriffs „Erwartung“, der in engem Zusammenhang mit den self-fulfilling-prophecies (SFP) steht und deren Definition und Erläuterung, die sich im darauf Folgenden anschließt.
Man charakterisiert Erwartungen als realitätsbezogene Vorstellungen, die auf die Zukunft gerichtet sind, und von denen der Erwartende überzeugt ist, dass sie durch die nachfolgende Ereignisentwicklung bestätigt werden.
Dabei geht man von drei Elementen aus, die Erwartungen charakterisieren:

Als erstes das Erwartungssubjekt, also die Person (die „Erwartende“), die irgendetwas erwartet.

Als zweites das Erwartungsobjekt nach dem ein bestimmtes Ereignis erwartet wird. Das Objekt kann eine Sache, ein Sachverhalt, eine Situation, eine Begebenheit, eine Person oder das Verhalten einer Person sein.

Erwartungen werden im Bezug auf das Erwartungsobjekt in:

personale (Erwartung bezüglich des Verhaltens einer Person)

interpersonale (Erwartung einer Person bezüglich des Verhaltens einer anderen Person) und

intrapersonale Erwartungstypen (Erwartung,die auf das Erwartungssubjekt selbst,also auf die eigene Person, gerichtet ist)

unterteilt.

Als drittes ist der Erwartungsausgang, also die tatsächliche spätere Ereignisentwicklung, von Bedeutung.

Erfüllt sich die Erwartung, so sind Erwartungsobjekt und –ausgang identisch. Sich selbst erfüllende Erwartungen sind demzufolge Erwartungen, die ihre eigene Erfüllung selbst bedingen.
Snyder unterscheidet begrifflich zwischen „perceiver“ (Subjekt) und „target“ (Objekt).

Brehm und Kassin (1996) definieren SFP als:
„the process by which a perceiver’s expectations about a person eventually lead that person to behave in ways that confirm those expectations.”
Der SFP liegt ein Kausalmodell zugrunde, in dem eine Erwartung (als unabhängige Variable definiert ) von einem Ereignis (als abhängige Variable definiert) befolgt wird. Dieses Modell ist dem Alltagsdenken allerdings eher fern, da Erwartungen gewöhnlich aus beobachteten Ereignissen (Leistungen)entstehen, also genau den umgekehrten Fall meinen.

Weiterhin lässt sich die SFP als ein dreistufiges Prozessmodell abbilden, in dem die erste Stufe das Ereignis darstellt. Der Wirkmechanismus stellt sozusagen die Verbindung zwischen Vorhersage und Ereignis dar.

Außerdem lässt sich die SFP in subjektive und objektive Selbsterfüllung unterteilen.

Þ Bei der objektiven Selbsterfüllung tritt das Ereignis für alle Beobachter gleichermaßen in der Außenwelt feststellbar ein:
Ein Interviewer verhält sich so, dass der Interviewte entsprechend der Erwartung des Interviewers antwortet.
Þ Bei der subjektiven Selbsterfüllung tritt das vorausgesagte Ereignis nach der Ansicht des Voraussagenden nur in dessen subjektiver Vorstellung auf.

Empirische Hintergründe

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der SFP- Forschung, die sich über eine Bandbreite sozialwissenschaftlicher Problemstellungen erstreckt.
Eine der wohl bekanntesten Forschungsrichtungen befasst sich mit dem Lebensbereich Schule und ist unter dem Begriff der Pygmalionstudien bekannt.

Nach Ansicht vieler Verhaltenswissenschaftler wird die Leistung eines Schülers zum Teil auch von den Erwartungen des Lehrers bestimmt. In dem Oak-Shool-Experiment gelang es Rosenthal und Jacobson (1968) diesen Effekt nachzuweisen, den sie als Beweis für die Selbsterfüllung von interpersonalen Erwartungen auffasten.

Der Pygmalion Effekt

„Treat people as if they were what they ought to be and you help them to become what they are capable of being. (Johann W. von Goethe)

Merton stellte fest:
Die sich selbsterfüllende Prophezeiung ist, am Anfang, eine falsche Definition von einer Situation die ein neues Verhalten hervorgerufen hat welche die eigentliche falsche Konzeption wahr werden lässt. Die einzigartige Gültigkeit von der SFP verewigt regierende Fehler.

Die Selbsterfüllenden Prophezeiungen sind Missverständnisse welche endlich die Wahrheit beweisen wollen.
1968 erforschten Rosenthal und Lenore Jacobson eine Studie

In dieser Studie, wurden Lehrern eine diagnostische Information gegeben, in welcher geschrieben stand, dass 20 % ihrer Studenten (Schüler) im kommenden Jahr akademisch „blühen“ werden.

D.h.: Rosenthal „entwickelte“ damals einen Entfaltungstest und führte ihn mit den Schülern durch (angeblich, denn diesen Test gibt es bis heute noch nicht!) Den Lehrern wurden dann jeweils 5 Schülernamen ihrer Klasse genannt und ihm mitgeteilt, dass genau diese 5 im folgenden Jahr „blühen“ würden. Nicht nur in den Schulnoten sondern auch in den Feststellleistungen hatten sich die Schüler stark verbessert. Die Erwartungshaltung von den Lehrern hat sich auf die Schüler übertragen.
Gemessen an IQ –Tests, welche 8 Monate später stattfanden , sah man tatsächlich , dass diese Studenten (Schüler) viel besser abschnitten, als alle Anderen. Sie wurden alle per Zufall ausgesucht. Offensichtlich gaben die Lehrer dem „Blühenden“ mehr Lob und Aufmerksamkeit, als den anderen Studenten, zum Schluss sah man dann am Resultat, dass die „Blühenden“ sich um einiges mehr verbesserten.

Rosenthal und Jacobson nannten dieses Phänomen, den „Pygmalion Effekt“. Benannt nach dem Schauspiel „My Fair Lady“ von George Bernard Shaw, das Pygmalion, wo Prof. Higgins ein Blumenmädchen in eine „ Lady“ verwandelte, indem er sie lehrte, sich richtig zu kleiden und sich richtig zu artikulieren, sodass sie von den Menschen als eine Lady angesehen wurde.

Seit der Studie von Rosenthal und Jacobson erforschten mehr als 400 Experimente das SFP von zwischenmenschlichen Erwartungen , und mehr als 100 haben speziell die Effekte von den Erwartungen von den Lehrern begutachtet.

Im Großen und Ganzen, kann man sagen, dass diese Studien andeuten, dass die Erwartungen der Lehrer bedeutsamen Einfluss auf die Ausführung der Studenten haben, obgleich der Effekt oft anspruchslos ist.

Interessant, da ist auch ein Anzeichen von den „Der Student als Pygmalion“.
Robert Feldmann und seine Kollegen fanden heraus, dass die Erwartungen von Studenten, beide von ihrer eigenen Leistung und von der Leistung der Lehrer, die Lehrer-Studenten Beziehung und die Leistung der Studenten beeinflussen, ebenso kräftig wie die Leistungen der Lehrer.

Ein weiterer Forschungszweig, in dem interpersonale Erwartungen auch eine große Rolle spielen, befasst sich mit persönlichen Beziehungen.
Jones und Panitch führten ein Experiment zum sogenannten „Prisoners Dilemma“ durch.
Zwei Probanden konnten sich in einem Spiel, entweder für kooperatives oder kompetitives Verhalten gegenüber ihrem Spielpartner entscheiden. Vor dem Spiel bekamen sie eine zufällige Information über die Einstellung (mögen oder nicht mögen ) des Spielpartners, gegenüber der eigenen Person.
Jones und Panitch überprüften daran die Hypothese, dass es entscheidend für das Verhalten, das wir anderen Menschen entgegenbringen, ist, wie wir glauben von anderen beurteilt zu werden.

Ein weiterer Effekt, der von Bedeutung ist und für SFP- Mechanismen eine große Rolle spielt, ist der Halo-Effekt. Man versteht darunter die Beeinflussung der Wahrnehmung, beziehungsweise der Beurteilung durch eine Vorerfahrung oder Vorinformation.
Halo- Effekt bedeutet „ Strahlungseffekt“ – Eigenschaften, welche auf andere Eigenschaften ausstrahlen und andere Merkmale vergessen lässt.

Z.b.: wenn man eine Person als „schmutzig, unordentlich, nachlässig, unpünktlich und als intelligent beschreiben würde und man würde dann aus diesen Eigenschaften „intelligent“ herausstreichen, dann würde man sofort eine andere Einstellung zu dieser Person bekommen.

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